Aufregung um die Friedenskonferenz
Ausladung des russischen Generalkonsuls
Die Leitung der Stadtkirche Heidelberg hat den Veranstaltern der Friedenskonferenz vom 13. Juni untersagt, Repräsentanten des russischen Staates auftreten zu lassen. Grund ist die Befürchtung, Staatsvertreter könnten die Veranstaltung für Desinformation und russische Propaganda missbrauchen.
Die Ortsgruppe Heidelberg von pax Christi veranstaltet mit Anderen am 13. Juni 2026 eine Friedenskonferenz im Eugen-Biser-Saal, Merianstr. 1 Heidelberg.
Zu diesem Anlass war u.a. Oleg Krasnitskiy, Generalkonsul der Russischen Föderation eingeladen.
Die Leitung der Stadtkirche hat am 27. Mai schriftlich qua Hausrecht untersagt, dass der Generalkonsul oder andere Repräsentanten des russischen Staates auftreten. Der russische Staat führt nach der völkerrechtswidrigen Besetzung und Annexion der Krim seit 2014 einen Angriffskrieg gegen den ukrainischen Staat, seit 2022 als "Vollinvasion" bezeichnet. In diesem Krieg begeht der russische Staat unzählige Kriegsverbrechen, darunter dokumentierte Massaker, Folter, Kindesentführungen, Jagd auf Zivilisten und kontinuierliche Luftangriffe auf zivile Ziele. Die Stadtkirche duldet in ihren Räumen keinerlei Verdrängung, Verharmlosung oder Rechtfertigung dieser Verbrechen und verurteilt diese inhumanen Taten im Gegenteil auf das Allerschärfste.
Es ist sinnvoll, unumgänglich, wünschenswert, über alle möglichen Pfade zu einer gerechten Friedenslösung nachzudenken. Nicht übersehen werden kann dabei, dass Präsident Putin jederzeit den Krieg durch Einstellung der Kampfhandlungen beenden könnte. In allen öffentlichen Äußerungen sind Vertreter der russischen Regierung bisher nicht von den Kriegszielen abgerückt, die einen Regierungswechsel in Kiew und eine mindestens teilweise Zerschlagung der Ukraine erzwingen wollen. Dies kann nicht als gerechte Friedenslösung angesehen werden.
Die Stadtkirche Heidelberg wünscht einen nachhaltigen, gerechten, sicheren Frieden für die Ukraine. Der Appell zum Frieden durch pax christi ist wertvoll, diese Stimme hat in der öffentlichen Meinungsbildung ihren wichtigen Platz, jedes Engagement zum gerechten Frieden ist begrüßenswert. Die Stadtkirche Heidelberg versichert allen Friedliebenden und allen Kriegsopfern ihre Solidarität und ihr Gebet.