"Heidelberger Dialog der Religionen" startet neu

Bei einem  Pressegespräch am 8. Juni 2026 hat sich der "Heidelberger Dialog der Religionen" vorgestellt. Dieses Dialogformat ist eine Weiterentwicklung des 2008 ins Leben gerufenen Interreligiösen Dialogs, an dem sich aktuell unter der Leitung von Sozialbürgermeisterin Stefanie Jansen acht religiöse Gemeinschaften beteiligen.

Am „Dialog der Religionen“ beteiligen sich diese Gemeinden und Religionsgemeinschaften in Heidelberg: Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinde, Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, Bahá‘í-Gemeinde, DITIB Türkisch-Islamische Gemeinde, Evangelische Kirche, Jüdische Kultusgemeinde, Katholische Kirche und  Rumänisch-Orthodoxe Gemeinde. Vertreterinnen und Vertreter diese Gemeinschaftten stellten den Dialog, der von Bürgermeisterin Stefanie Jansen (7. v.l.) organisiert wird, im Juni im Heidelberger Rathaus vor. Für die Stadtkirche war die Leitende Referentin Kathrin Grein (7.v.r.) mit von der Partie.
Es ist gut, miteinander zu reden – auch wenn wir in Heidelberg die großen Probleme in der Welt nicht lösen können. Dennoch ist es wichtig, im Dialog zu sein, sich immer besser kennenzulernen und Vorurteile abzubauen. So der Tenor vieler Aussagen beim Pressegespräch Anfang Juni im Heidelberger Rathaus, bei dem Vertreterinnen und Vertreter der Stadt sowie der beteiligten Religionsgemeinschaften den neugegründeten „Heidelberger Dialog der Religionen“ vorgestellt haben.
Offener Austausch in gegenseitigem Respekt
In Heidelberg kommen sie künftig regelmäßig an einem Tisch zusammen und wollen in offenem Austausch und gegenseitigem Respekt gemeinsam Verantwortung für ein friedliches Zusammenleben in der Stadt übernehmen. Darauf hatten sich verschiedene Religionsgemeinschaften in den vergangenen Monaten mit Bürgermeisterin Stefanie Jansen und dem Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg verständigt.
Mit dem Heidelberger Dialog der Religionen schafft die Stadt Heidelberg erstmals einen festen und verlässlichen, kommunal getragenen Rahmen für diesen Austausch. Im Mittelpunkt des Heidelberger Dialogs der Religionen stehen die gemeinsame Gestaltung des gesellschaftlichen Zusammenlebens, die Förderung von Begegnung und gegenseitigem Verständnis sowie die sichtbare Mitwirkung der Religionsgemeinschaften an einer vielfältigen Stadtgesellschaft. Der Dialog versteht sich als Ort der Begegnung, des Vertrauens, der Nachbarschaft und der gemeinsamen Verantwortung für das Miteinander in Heidelberg.
„Gerade in einer internationalen Stadt wie Heidelberg sind Religionsgemeinschaften für viele Menschen wichtige Orte des Ankommens, der Orientierung, der Fürsorge und der sozialen Zugehörigkeit. Vieles von dem, was sie für den gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten, geschieht oft ganz selbstverständlich und bleibt dennoch häufig unsichtbar“, sagt Stefanie Jansen, Bürgermeisterin für Soziales, Bildung, Familie und Chancengleichheit der Stadt Heidelberg: „Mit dem Heidelberger Dialog der Religionen machen wir dieses Engagement sichtbarer und stärken den Austausch zwischen den Gemeinschaften und mit der Stadt. So entsteht Vertrauen, und aus Vertrauen wächst gemeinsame Verantwortung für unsere Stadtgesellschaft.“
Dem Heidelberger Dialog der Religionen gehören derzeit Religionsgemeinschaften aus unterschiedlichen religiösen Traditionen als ständige stimmberechtigte Mitglieder an. Dazu zählen christliche, muslimische, jüdische und Bahá’í-Gemeinschaften in Heidelberg. Ziel ist es, die religiöse Vielfalt in der Stadt möglichst angemessen abzubilden und das Gremium perspektivisch weiter zu öffnen, sofern entsprechende Voraussetzungen erfüllt sind.
Gemeinsames Selbstverständnis entwickelt
Der Heidelberger Dialog der Religionen ist eine Weiterentwicklung des interreligiösen Dialogs, der 2008 ins Leben gerufen wurde und – wie viele andere Dialoginitiativen bundesweit – besonders nach dem 7. Oktober 2023 unter Druck geriet. Gesellschaftliche Polarisierungen und Spannungen haben seither zugenommen. Deshalb soll der neue Heidelberger Dialog der Religionen verbindlicher und breiter aufgestellt und stärker in die Stadtgesellschaft geöffnet werden. Basis der Zusammenarbeit ist ein gemeinsames Selbstverständnis, das klare Werte wie Menschenwürde, Respekt, Frieden, Gleichheit und solidarische Nachbarschaft benennt. Alle Beteiligten bekennen sich ausdrücklich zur demokratischen Grundordnung und Religionsfreiheit. Der Dialog soll für weitere Religionsgemeinschaften offenstehen und wissenschaftliche Partner als beratende Mitglieder einbinden.
Neben der Beratung in nicht-öffentlichen Treffen können die Beteiligten auch Projekte, Bildungs- und Kulturangebote anstoßen und gemeinsame Veranstaltungen durchführen, um Impulse für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und ein friedliches Zusammenleben setzen.