Interview Jens Bader

 

Drei Fragen an Pfarrer Jens Bader

 
Seit Jahresbeginn ist der stellvertretende Pfarrer der Stadtkirche Jens Bader auch verantwortlich für den Bereich Caritas in der Stadtkirche und leitet den Thementisch Caritas. Anlässlich des Caritas-Sonntags am 20. September 2026 hat Pfarrbrief-Redakteur Peter Wegener mit ihm über diese Aufgabe gesprochen.

Was liegt Ihnen an diesem Bereich von Kirche – der Caritas – besonders am Herzen?
Caritatives Handeln gehört zum innersten Auftrag der Kirche. In den leiblichen Werken der Barmherzigkeit – Hungrige speisen, Durstige tränken, Fremde aufnehmen, Nackte bekleiden, Kranke und Gefangene besuchen und Tote bestatten – gewinnt der Glaube konkrete Gestalt. Im Dienst am Menschen wird sichtbar, dass jeder Mensch eine unverlierbare Würde besitzt und dass Gott ihm gerade in seiner Verletzlichkeit, Bedürftigkeit und Not nahe ist. Caritas ist deshalb eine wesentliche Form, in der Kirche ihren Glauben lebt, bezeugt und in die Stadtgesellschaft hinein wirksam werden lässt.
Zugleich leisten wir als Kirche in diesem Bereich einen wichtigen Beitrag für die Heidelberger Stadtgesellschaft. In der Kranken-, Klinik-, Trauer- und Seniorenpastoral, in Beratungsangeboten, in der Begleitung einsamer Menschen und durch unbürokratische Hilfen steht der Mensch in seiner Not im Mittelpunkt. Damit stärkt die Kirche den sozialen Zusammenhalt und trägt zu einer Kultur der Aufmerksamkeit und Solidarität in unserer Stadt bei. Mir ist wichtig, diese vielfältige Arbeit stärker zu vernetzen, sichtbar zu machen und gemeinsam weiterzuentwickeln.
Mit der Caritas-Sammlung und dem Caritas-Sonntag stehen in diesen Wochen wichtige Termine an: wie sehen die Planungen aus?
Die Caritas-Sammlung macht auf konkrete soziale Aufgaben vor Ort aufmerksam und bittet um finanzielle Unterstützung. Die Spenden ermöglichen sowohl die Förderung caritativer Projekte als auch unbürokratische Hilfe im Einzelfall. Immer wieder geraten Menschen in Situationen, in denen das Geld selbst für notwendige Ausgaben nicht ausreicht – etwa für Lebensmittel, eine Strom- oder Arztrechnung. Hier können wir rasch und gezielt helfen.
Der Caritas-Sonntag wird in diesem Jahr nach zehn Jahren erstmals wieder mit einem zentralen Gottesdienst für die gesamte Stadtkirche gefeiert. Er findet am 20. September in Ziegelhausen statt. Der Gottesdienst soll deutlich machen, dass die Sorge für Menschen in schwierigen Lebenssituationen keine Aufgabe einzelner Engagierten in der Kirche ist, sondern zur gemeinsamen Verantwortung der Kirche gehört. Daher ein zentraler Gottesdienst für die ganze Stadtkirche, um möglichst Sichtbarkeit und Wirkung zu erhöhen.
Einen weiteren Akzent möchten Sie mit dem „Forum Caritas“ setzen. Was verbirgt sich hinter diesem Format?
Das Forum Caritas soll möglichst einmal jährlich in einem Klausurtag die pastoralen Handlungsfelder zusammenführen, die bislang auch am Thementisch Caritas beteiligt sind: die Krankenpastoral in den Gemeinden, die Klinikpastoral, die Trauer- und Seniorenpastoral, den Bereich Soziales usw. Geplant ist ein gemeinsamer Gottesdienst, verbunden mit der Möglichkeit, sich gegenseitig über die aktuelle Arbeit, Entwicklungen und Herausforderungen zu informieren. Das Forum soll der Begegnung, dem fachlichen Austausch und vor allem der gegenseitigen Bestärkung dienen. Perspektivisch könnten auch die Fachstellen und Dienste der verbandlichen Caritas einbezogen werden.