Immobilien waren Thema des Klausurtags
Zu ihrem gemeinsamen Klausurtag kamen am vergangenen Samstag (10. Oktober 2026) die Mitglieder des Pfarreirats und des Seelsorgeteams im Edith-Stein-Haus der Hochschulseelsorge zusammen. Der Gebäudebestand der Stadtkirche stand auf der Tagesordnung.
Wie können und wollen wir Kirche in Heidelberg sein? Dieser Frage ging Pfarrer Dr. Marius Fletschinger in seinem Eingangsstatement nach. Es gehe ja nicht darum den Untergang zu verwalten, machte er klar. Vielmehr lebten wir in einer extrem kreativen Phase von Kirche, in der es um die Frage gehe, was uns das wichtigste sei und wofür wir als Kirche gerade gebraucht würden. "Es ist eine Zeit, in der sich Kirche neu erfindet", betonte Fletschinger. Anhand von acht "Kern-Punkten für unsere Kirche", die das Kernteam zusammmengestellt hatte, kamen die rund 40 Anwesenden miteinander ins Gespräch. Diese Kern-Punkte dienten als pastorale Orientierung für die Beschäftigung mir den Gebäuden.
18 Kirchen, 14 Gemeindehäuser, 14 Kindergärten, zwölf Pfarrhäuser
Die Frage nach dem Kirche-Sein für heute bildete auch den Hintergrund für den anschließenden Blick auf den Gebäudebestand der Stadtkirche. Die Vorsitzende des Pfarreirats, Doris Lahmer, und die Leitende Referentin Kathrin Grein nahmen die Anwesenden mit auf einen gedanklichen Spaziergang durch die Stadtkirche, wo sich neben weiteren Gebäuden 18 Kirchen, 14 Gemeindehäuser, 14 Kindergärten und zwölf Pfarrhäuser finden. In einer seiner letzten Sitzungen hatte sich der Pfarreirat bereits zu dem diözesanweit vorgegeben Ziel bekannt, sich von rund einem Drittel des Gebäudebestands zu trennen.
In ihrer kurzen Vorstellung hatten Lahmer und Grein auch Überlegungen geteilt, wie es mit den einzelnen Objekten weitergehen kann. "Wir stellen hier nichts Neues vor", erklärte Kathrin Grein. "Wir haben nur zusammengefasst, was seit langem Konsens in den Gremien der Stadtkirche ist." Damit erinnerte sie an den Klaususrtag von damaligem Pfarrgemeinderat und Seelsorgeteam im Sommer 2024, der in einem Planspiel den Bestand unter der Fragestellung reduziert hatte: "Welche Gebäude / Räume brauchen wir für ein lebendiges Kirche-Sein im Jahr 2035?" Zudem hatte man sich vor zwei Jahren auf Kriterien geeinigt, die für den weiteren Prozess hilfreich sein sollten.
Beispielhaft wurde an zwei Gebäude-Emsembles das sogenannte "Consent-Verfahren" eingeübt. "Consent bedeutet nicht", erklärte Dr. Eric Heinen-Konschak, "dass alle einen Vorschlag optimal finden. Es bedeutet, dass keine schwerwiegenden, begründeten Einwände gegen eine Abgabe bestehen." Solche Einwände sollten sich auf die vereinbarten Kriterien oder auf eine fehlende Information beziehen, die für eine Entscheidung notwendig ist. Heinen-Konschak, Experte für Veränderungsmanagement, hatte auch den Klausurtag 2024 als Moderator begleitet.
Gebäude sind erneut Thema im Pfarreirat am 14. Oktober
Für die Sitzung des Pfarreirats am kommenden Mittwoch (14. Oktober) wurde das Thema Gebäude bereits auf die Tagesordnung gesetzt. Dort soll noch einmal auf den Klausurtag zurückgeblickt werden und der weitere Weg in der Gebäudefrage miteinander konkret vereinbart werden.

