Entscheidung über die Zukunft der Josephskirche ist gefallen

Am Dienstagabend (7. Juli 2026) hat der Pfarreirat der Katholischen Stadtkirche Heidelberg darüber abgestimmt, wer neuer Eigentümer der Josephskirche in Eppelheim werden soll: die Rumänisch-orthodoxe Gemeinde Heidelberg oder der Förderverein Josephskirche Eppelheim e.V. Mit 15 Ja-Stimmen für die Rumänisch-orthodoxe Gemeinde bei 4 Ja-Stimmen für den Förderverein Josephskirche gab es ein klares Votum.

Der geheimen Abstimmung waren seit mehr als einem Jahr intensive Beratungen vorausgegangen. Zuletzt gab es im Frühjahr ein Beteiligungsverfahren: Fast 300 Personen hatten im Februar die Möglichkeit einer schriftlichen Eingabe genutzt, rund 150 Personen waren der Einladung zu dem Gesprächs- und Informationsabend im März gefolgt. Dort hatten der Förderverein Josephskirche und die Rumänisch-orthodoxe Gemeinde ihre Pläne für die Josephskirche noch einmal ausführlich vorgestellt.
Thomas Steffen, Pfarrer Marius-Adrian Călin, Pfarrer Dr. Marius Fletschinger (v.l.)
„Es ist gut, dass die Entscheidung jetzt gefallen ist“, sagte Pfarrer Dr. Marius Fletschinger nach Bekanntgabe des Ergebnisses der Abstimmung in der gestrigen Sitzung. Er wünschte Pfarrer Marius-Adrian Călin und dessen Gemeinde, dass sie nun in der Josephskirche auf Dauer einen guten und verlässlichen Ort für das Leben der Gemeinde haben. Er freue sich, so Fletschinger, dass die Josephskirche weiter ein Ort des Gebets und Heimat einer christlichen Gemeinde bleibe. „Nun ist die Zeit des intensiven Ringens vorbei“, fuhr der Leiter der Stadtkirche fort. „Wir bedanken uns ausdrücklich beim Förderverein und den Eppelheimer Bürgern, die sich für ein neues Nutzungskonzept stark gemacht haben. Es zeigt, wie sehr ihnen die kirchliche Tradition am Herzen liegt. Umso mehr bitten wir darum, dass wir nun auf Basis dieser Entscheidung aufeinander zugehen, entstandene Gräben überwinden und das kirchliche Leben in Eppelheim für heute und morgen gestalten.“ 
In kurzen Statements kommentierten Thomas Steffen für den Förderverein und Pfarrer Călin für die Rumänisch-orthodoxe Gemeinde sowie der Eppelheimer Bürgermeister Matthias Kutsch das Abstimmungsergebnis.
Die Vorsitzende des Pfarreirats Doris Lahmer dankte den Mitgliedern des Gremiums für ihre engagierte und gewissenhafte Auseinandersetzung mit den beiden Konzepten für die Zukunft der Josephskirche: „Danke, dass Sie sich in den ersten Monaten Ihres Mandats gleich mit dieser wichtigen und emotional aufgeladenen Frage auseinandergesetzt haben, den Druck ausgehalten und Verantwortung übernommen haben.“
Bei allem Schmerz und aller Wehmut, die der Verkauf der Josephskirche mit sich bringen, sei es doch ein sehr positiver Aspekt, dass die Kirche im Ortskern Eppelheims als Ort des Gebets erhalten bleibe, und den Menschen weiter offenstehe.
Wie der Übergang nun gestaltet wird und wie die Eppelheimer Gläubigen von ihrer ehemaligen Pfarrkirche Abschied nehmen werden, soll Gegenstand von Gesprächen in der nächsten Zeit sein. Die Abgabe der Kirche wird nach erfolgten Verhandlungen voraussichtlich erst im Herbst oder Winter stattfinden können.
Der Verkauf der Josephskirche war notwendig geworden angesichts der negativen Entwicklung der Mitgliederzahlen und der kleiner gewordenen finanziellen Ressourcen. Aus diesen Gründen war im vergangenen Jahr bereits die Kirche St. Michael in der Südstadt abgegeben worden. Im Einklang mit der Diözesanstrategie des Erzbistums Freiburg will sich die Pfarrei Heilig Geist Heidelberg von rund einem Drittel ihrer Gebäude trennen, um ihre Aufgaben in Glaubensweitergabe, Gottesdienst und sozialem Engagement dauerhaft weiter verfolgen zu können.